
Schönberg ist nach einem erfüllten (77 jährigen) Leben im amerikanischen Exil verstorben, während Gerstl auf der anderen Seite im jugendlichen Alter von 25 Jahren Selbstmord durch Erhängen vollführte. Erst ein viertel Jahrhundert später nach seinem Tod wurde Gerstl von der österreichischen Kunstszene als "österreichischer Van Gogh" wiederentdeckt. Zuvor war Gerstl wegen seiner unmoralischen Beziehung zu Mathilde Schönberg ein Tabuthema für die Gesellschaft gewesen.
Gerstl verliebte sich vermutlich bei dem gemeinsam verbrachten Sommerurlaub mit der Familie Schönberg im Jahre 1908. In dieser Zeit entstand vermutlich das Gruppenbild
Beide Gemälde zeigen welchen engen Kontakt Gerstl zu der Familie Schönberg hatte. Als Maler hat sich Gerstl für einen künstlerischen Alleingang entschieden. Die Kritik, ja Geringschätzung, die er der zeitgenössischen Wiener Malerei entgegebringt, hilft ihm nur "über seine Erfolglosigkeit hinwegzusehen". Es ist Freunden und Verwandten Gerstls zu verdanken, daß seine Kunst nicht in Vergessenheit geraten ist.
Gerstl lebte sehr isolert und einsam. Er beschäftigte sich intensiv mit Philosophie und Musik, als er sein Studium unterbrach. Während dieser Zeit lernte er den damals schon berühmten Musiker und Komponisten A. Schönberg kennen und es entwickelte sich eine innige Freundschaft. Gerstl erkannte daß Talent von Schönberg für die bildenten Künste und erteilte ihm Zeichenunterricht und es entstanden folgende Bilder von Schönberg und Gerstl:
Trotz der Freundschaft zwischen beiden standen beide im Konflikt zueinander. Der Hauptgrund dafür ist, daß Gerstl die Frau von Schönberg auspannte.A. Schönberg drohte mit Selbstmord falls sie nicht zu ihm zurückkehren würde. Sie kehrte später tatsächlich wieder zurück. Wegen Einsamkeit und dem Scheitern der Beziehung mit Mathilde S. vollführte Gerstl später Selbstmord.