Frauenbild und Sexualität
Wir befinden uns im Jahre 1915, das Ende der Österreichisch- Ungarischen Monarchie naht, der Erste Weltkrieg steht vor der Tür. Das Ende der von der Aristokratie beherrschten Gesellschaft war abzusehen. In dieser bewegten Zeit erhielt auch das Frauenbild eine Neuorientierung. Es waren vor allem Forscher, Dichter und Denker die neue Theorien über Psychoanalyse, Sexualität und Ästethik entwickelten.
Vor dem 19 Jahrhundert billigte man den Frauen "einen Geschlechtstrieb" zu - zu der Zeit der Hexenverfolgung pflegte man zu sagen: "Daß alle Hexerei der fleischlichen Lust entspränge, die bei Frauen unersättlich sei". Das heißt, den Frauen wurde eine geschlechtliche Macht über Männer zugeschrieben.
Im 19 Jahrhundert nahm diese Macht geistige Beschaffenheit an. Von einer sündhaften Kreatur wurde die Frau nun zur Keuschheitsgarantie der Gesellschaft erhöht. Sie galt als frei vom Geschlechtstrieb und damit auch frei von Begehren.
Zur Zeit des Jugendstils änderte sich das Bild der Frauen. Sie wurden zu "Übergangsfrauen", da sie während des Übergangs von einer alten in eine neue Welt lebten. Diese Zeit brachte auch mit sich, daß bei den sogenannten normalen Frauen der Geschlechtstrieb entdeckt wurde (es wurde sogar wissenschaftlich bestätigt, daß Frauen einen "Geschlechtstrieb" besitzen). Nirgendwo kommt dies deutlicher zum Ausdruck als in den Werken von Klimt und Schiele.
Folgende Bilder stehen zur Verfügung:
Rundgang