Die Jugendstil-Bewegung setzte sich die Reformierung fast aller Lebensbereiche zum Ziel. Sie wendete sich gegen den erstarrten Historizismus. Der Jugendstil in Österreich (auch Sezessionsstil), in Frankreich und England Art Nouveau, im angloameriaknischen Raum auch Modern Style, in Italien Stile florale, ist eine Stilrichtung der angewandten und bildenden Kunst, aber auch in den Bereichen Literatur und Musik an der Wende vom 19. zum 20.Jahrhundert.
Die deutsche Bezeichnung leitet sich von der 1896 gegründeten Zeitschrift "Die Jugend" ab. Der französische Name Art Nouveau, der sich international durchsetzte, geht auf die Ende des 19.Jahrhunderts in Paris eröffnete Galerie La Maison de l´Art Nouveau zurück.
Zentrum des österreichischen Jugend- und Sezessionsstils war Wien, wo 1897 die Wiener Sezession von dem Maler Gustav Klimt, dem Innenarchitekten und Maler Koloman Moser und von den Architekten Otto Wagner und Joseph Maria Olbrich gegründet wurde.
Die Großen unter den Malern des Jugendstils waren Gustav Klimt und Egon Schiele.
Typische Merkmale des Jugendstils sind:
Zeitweise pflegten die Künstler sogar eine spezielle Form der Signatur, ein Rechteck oder Quadrat, in das deren Initialen eingearbeitet waren, in Anlehnung an die Stempelsignete alter japanischer Holzschnittmeister. Darüber hinaus wurde der Jugendstil vom französischen Spätimpressionismus und durch den Anspruch künstlerischer Formgebung von William Morris und seinem "Arts and Crafts Movement" beeinflußt.
Für viele Künstler war der Jugendstil nur Durchgangsstadium, eine Zeit, in der sie die neuen Strömungen aufnahmen, um dann ihre eigene Entwicklung in eine andere Richtung zu nehmen.
Der Jugendstil in Wien ist untrennbar verbunden mit der Künstlergemeinschaft Wiener Sezession und ihrer Zeitschrift "Ver sacrum".
Die Druckgrafik erreichte in der Zeit um 1900 einen qualitativen und quantitativen Höhepunkt wie nie zuvor. Daran hatte auch die Popularisierung der zweckgebundenen Gebrauchsgrafik wesentlichen Anteil, an erster Stelle die neuartige und revolutionierende Plakatkunst.
Auch die Buchkunst war an dieser Entwicklung beteiligt. Immer mehr Verlage ließen ihre Buchumschläge und Illustrationen von modernen Künstlern ausführen. An erster Stelle steht hier der "Wiener Verlag", der die Werbewirksamkeit von modernen Buchumschlägen erkannte.
Eine Pionierstellung hatte auch die "Wiener Werkstätte", die alle in die Öffentlichkeit wirkenden Geschäftspapiere, Rechnungen, Reklamen und Anzeigen von Künstlern entwerfen ließ. Damit schuf die Wiener Werkstätte als erste, was wir heute "corporate design" nennen.