M:O MUSEUM ONLINEACHTUNG: Sie befinden sich im Museum-Online-Archiv 1996. Die Inhalte dieser Seite sind unter Umständen nicht mehr aktuell.

Arthur SCHNITZLER


15.5.1862Geburt in Wien
1879Absolvierung des Akademischen Gymnasiums in Wien
1885Abschluß des Medizinstudiums in Wien
1893Eröffnung einer Privatpraxis
1900Beschlagnahmung der "Neuen freien Presse", wo "Lieutenant Gustl" erscheint
1904Buchausgabe von "Der Reigen" wird in Deutschland verboten

Von der damals aufkommenden Psychoanalyse Sigmund Freuds beeinflußt, leuchtet Schnitzler in die tiefsten, unterbewußten Abgründe des Seelischen, läßt seinen Personen jedoch einen Rest von Geheimnis und bewirkt eine impressionistisch-verfeinerte, lyrische Erweichung des Naturalismus, wobei er das Armeleutemilieu durch das der oberen Zehntausend ersetzt. Obwohl er fast durchwegs nur die Gesellschaft seiner Zeit darstellt, ist er für ihre Kritik zu skeptisch.

In seinen Werken tritt unmißverständlich eine dem Nihilismus verwandte Grundhaltung zutage. Alle Werte sind zweifelhaft geworden. Es gibt nur ein Unzweifelbares: das Nichtsein, den Tod. Fast jede seiner Dichtungen rührt an das Problem des Todes. Der liberale Schnitzler weigert sich jedoch, ihm einen Sinn zu geben. Seine Menschen sterben nicht leicht, sie sind keine Stoiker. Sie spielen vor sich selbst und vor anderen die Gefaßten, Gleichgültigen, Heiteren. Ihr Ziel ist es, sich niemals eine Überraschung, eine Verletzung anmerken zu lassen. Ihre Handlungen sind nicht spontan, sie berechnen immer den Effekt.

Zu Schnitzlers bedeutendsten Werken zählen "Anatol", "Der Reigen", "Liebelei", "Professor Bernardi", "Leutnant Gustl" und "Der grüne Kakadu".



[Impressionismus] [Secession]

© 1996 by HOSHIS