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Egon SCHIELE



1906-09Studium an der Kunstakademie in Wien
1907Bekanntschaft mit Gustav Klimt
ab 1908Symbolistische Phase; parallel Hinwendung zu expressionistischen Ausdrucksformen
1910Selbstporträt, eine Grimasse schneidend
1915Militärdienst
ab 1916Verstärkung der realistischen Elemente bis hin zu Häßlichkeit und Deformation
1918Erfolgreiche Ausstellung in der Wiener Sezession

Schiele war neben Oskar Kokoschka der zweite bedeutende Maler, der sich aus dem Einflußbereich der vom Jugendstil, aber auch von symbolistischen Elementen geprägten Wiener Secession löste und zu einem erregenden Stil mit expressiven und realistischen Komponenten fand. So schuf der anfänglich von Gustav Klimt beeinflußte Künstler Aquarelle, Zeichnungen und Ölbilder, in deren Zentrum der männliche und weibliche Akt sowie viele Selbstbildnisse stehen. Die Dargestellten werden in schonungsloser Deformation und mit übersteigerten Emotionen gezeigt (z. B. "Selbstporträt, eine Grimasse schneidend", 1910, Wien, Sammlung Rudolf Leipold) oder klammern sich in erotischer Ekstase aneinander (z. B. "Umarmung", 1917, Wien, Österreichische Galerie). In eckigen, mageren Gestalten mit knotigen Muskeln und hervortretenden Knochen, teilweise mit stark abstrahierten Zügen, bricht sich Schieles Lebenspessimismus Bahn. Daneben entstanden ornamentalisierte Bildnisse, Stilleben und Landschaften, teilweise bis zur Abstraktion vorstoßend, weiter figurale Darstellungen unter dem Einfluß E. Munchs sowie stilisierte Stadtansichten. In ihrer Überwindung aller tradierten Stile und der bis dahin wohl nur von H. de Toulouse-Lautrec und E. Degas erreichten Unmittelbarkeit des Ausdrucks sowie dem sicheren Strich waren Schieles Zeichnungen mit Aktstudien und Porträts für die weitere Entwicklung der Malerei folgenreich.



[Klimt] [Secession]

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