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Das Wiener Rathaus


Zu unserer Linken sehen wir hier, als erste Station unserer Besichtigung, das Rathaus.

Das weltliche Hauptwerk von Friedrich von Schmidt wurde 1872 bis 1883 erbaut. Der Bau beruht auf einem streng rationellen Grundriß mit sieben Höfen, deren kreuzgangartiger Arkadenhof den Mittelpunkt bildet. Mit fast 14 Millionen Gulden ist das Rathaus Wiens teuerster Bau des 19. Jahrhunderts. Der Bau besitzt einen ca. 98 Meter hohen Mittelturm und vier kleinere Seitentürme. Der neogotische Baustil des Rathauses spiegelt auch frühere Funktionen wider, da in der Gotik die Bürger erstmals eine eigene Verfassung konstituierten.

Entscheidend im Wiener Gemeinderat war der Übergang von einer liberalen, großbürgerlichen Mehrheit zur Mehrheit der Christlichsozialen Volkspartei des Dr. Karl Lueger. Seine politische Laufbahn beginnt 1875, als er als Liberaler in den Wiener Gemeinderat gewählt wird. 1882 änderte Lueger seinen politischen Standpunkt und wurde Führer der Vereinigten Christen. 1885 wurde er mit knapper Mehrheit in den Reichsrat gewählt. 1893 gab er dem Christlichsozialen Verein, dessen Führer er war, den Namen Christlichsoziale Partei. 1885 wurde er Vizebürgermeister. In den kommenden eineinhalb Jahren wurde er vier Mal zum Bürgermeister von Wien gewählt, jedoch erreichte er nie die Bestätigung durch den Kaiser. Lueger wurde insgesamt sieben Mal zum Bürgermeister gewählt. In seiner nur 13jährigen Amtszeit machte Lueger Wien zu einer Weltstadt. Er setzte die Elektrifizierung und Verstaatlichung der Staßenbahn durch. Dazu bewirkte er die Kommunialisierung der Gas- und Elektrizitätswerke. Die wohl wichtigste Leistung war die Errichtung der Zweiten Hochquellenwasserleitung. Auch sanitäre Einrichtungen, Schulen, Markthallen, Gründung der Zentralsparkasse und noch mehr kam unter seiner Führung zustande.

Sie haben nun noch Zeit, diesen Bau zu bewundern, beim Klick geht es zur nächsten Station!

Quelle: v. Reden; Österreich - Ungarn



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