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Der JUGENDSTIL



Die Bezeichnung Jugendstil ist vom Titel der 1896 in München gegründeten Kunstzeitschrift "Die Jugend" abgeleitet und benennt einen Stil, der romantische Anklänge aufweist, sich gegen den Historismus als Stilnachahmung wendet und um 1900 seine Blüte erlebt.
Der Jugendstil ist durch barocke Fülle vor allem dekorativer Natur und durch die Überfülle pflanzlicher Motive und sich schlängelnder Linien gekennzeichnet. Das Ornament steht hier im Vordergrund, überwuchert den Inhalt, der sich dem Ornament unterwirft. Es gibt im ganzen nur wenige Motive: Charakteristisch sind die Linie, die Schlangenlinie, alles Fließende, Pflanzen, bewegtes Wasser, Schwan, Haare, die starr, leblos, steril zu einem abstrakten Ornament werden. Es ist eine Flächenkunst, zweidimensional, ohne jede Raumillusion.

Der literarische Jugendstil bedeutet eine Abkehr von der Eindruckskunst, stimmungsvolle Details und der Zerfall in Teilchen oder Punkte zerfallen. Der Dichter läßt die Natur nicht mehr auf sich wirken, sondern er greift in sie ein, formt, deformiert sie, die Naturgegenstände werden umstilisiert, bekommen Konturen. Seltenes, Exotisches, Märchenhaftes, Orientalisches, Ungewöhnliches, alles, was fern vom Alltag ist, bedeutet für die Künstler eine Möglichkeit, sich gegen die Angriffe und Anforderungen der Industrialisierung zu wehren.

Einerseits vertritt man einen vitalen Lebensbegriff, ein Programm der Lebensfreude und des Genusses, macht Stimmung gegen Resignation, Endzeitstimmung. Andererseits kultiviert man gerade die Lust am Verfall, genießt den Luxus und auch die Neurosen, Morbides und Dekadentes.

Als Jugendstilautoren gelten Stefan George, Rainer Maria Rilke, Richard Dehmel, Theodor Däumler, Hugo von Hoffmannsthal, Ernst Stadler und Gerhart Hauptmann.



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