Die Bezeichnung Jugendstil ist vom Titel der 1896 in München gegründeten Kunstzeitschrift "Die Jugend"
abgeleitet und benennt einen Stil, der romantische Anklänge aufweist, sich gegen den Historismus als Stilnachahmung
wendet und um 1900 seine Blüte erlebt.
Der literarische Jugendstil bedeutet eine Abkehr von der Eindruckskunst, stimmungsvolle Details und der
Zerfall in Teilchen oder Punkte zerfallen. Der Dichter läßt die Natur nicht mehr auf sich wirken, sondern er
greift in sie ein, formt, deformiert sie, die Naturgegenstände werden umstilisiert, bekommen Konturen.
Seltenes, Exotisches, Märchenhaftes, Orientalisches, Ungewöhnliches, alles, was fern vom Alltag ist, bedeutet
für die Künstler eine Möglichkeit, sich gegen die Angriffe und Anforderungen der Industrialisierung
zu wehren.