Die Verbindung von Architektur, Einrichtung und Malerei war die
große Neuerung des Jugendstils. Alle Teile hatten sich in
Form und Gestaltung dem Ganzen unterzuordnen. Bilder wurden ebenso
wie Möbel und Geschirr für bestimmte Räume geschaffen.
Klimt war sehr von den Mosaiken mit ihren Ornamenten, Figuren
und Goldgründen beeindruckt. Die Mosaike waren es auch, die
das Gold in seinen Bildern immer mehr hervortreten ließ.
"Goldene Periode"
Der Kuss
Öl auf Leinwand
1907 - 1908
180 x 180 cm
Träger für die Bildkomposition:
feinknotige Leinwandplatte
Grundierungsfelder:
- in mehrmaligen Aufstrichen durchgeführt
- sehr homogen und auf ein Minimum an Bindemittel (Knochenleimungselemente
ausgerichtet
- wiesen bei der Konfrontation von darüber angelegten
Ölpigment-Strukturen eine extrem starke Saugfähigkeit auf
Bildoberfläche (außerhalb der vergoldeten Mosaikornamentik):
Die Bindemittel (Öl- und Harzteilchen) werden sofort nach Beendigung des Arbeitsprozesses
durch die Grundierungsflächen aufgesaugt.
So wird ein Eindringen und gleichmäßiges Festkrallen
der Ölpigmentschichte in die Grundierungsfläche des fast
fettlosen Bildträgers erzwungen.
Pigmentaufbau:
relativ hohe geschlossene Stabilität durch
den Schichtenaufbau auch ohne dazwischenliegende Nährungsflächen
(Zwischenfirnissungen)
Farbstruktur:
keinerlei Schutzschicht, daher relativ sensibel
kein Schlußfirniß
unmittelbar nach der Erschaffung trat ein heftiger Austrocknungsprozeß
der angewendeten Farbstrukturen auf
dadurch eine nicht adäquate atypische Oberflächenstruktur
verschiedenfarbiges Gold und das damit verbundene Mosaikelement:
Vorbild byzantinische Fresken und gotische Tafelbildhintergründe
Mosaikrelief:
gleiche Grundierungselemente wie bei der Grundierungsplatte
mit Hilfe eines Spritzsackes wurde die gewünschte Spiral-und
Kastenornamentik auf den grundierten Bildträger aufgedrückt
Bildhintergrund:
überzogen mit mehreren Lagen von Vergoldungsgründen
im feuchten Zustand des Vergoldungsgrundes wurden zerfaserte
Vergoldungsplatten in Form verschieden großer Flächenformationen
auf die waagrecht liegende Bildfläche gestreut
Mosaikteil:
wie Bildhintergrund mit mehreren Lagen von Vergoldungsgründen
überzogen
außerdem mit verschiedenfarbig legierten Goldplatten überzogen
an manchen Stellen nochmals ohne darübergelegte Fettschichte
(Firnissung) belegt mit einer dünnen Farbschichte
VERGOLDEN
ist das Aufbringen dünner Goldüberzüge auf metallischen
oder nichtmetallischen Unterlagen. Das Vergolden kann je nach
dem vorliegenden Gegenstand durch Aufhämmern von Blattgold,
durch Auftragen von Goldamangan (und anschließendes Verdampfen
des Quecksilbers; sog. Feuervergoldung vorgenommen werden
Metallische Gegenstände werden meist in galvanischen Bädern
vergoldet, daneben auch durch Eintauchen in Goldsalzlösungen
(aus denen sich das Gold aufgrund seines hohen positiven Normalpotentials
abscheidet).
Julia
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Nicole
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Ursula
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